Wie digitale Datenanalysen bei der Betriebsprüfung und der Beratung helfen

Die Daten verraten es!

von am Montag, 6 Mai 2019
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Wissen Sie, was die Daten eines Unternehmens aussagen können? Und haben Sie überhaupt einen Überblick darüber? Wenn nicht, lohnt es sich, sich mit dem Thema einmal näher zu beschäftigen – auch und gerade für Berater.

Dr. Sascha Bleschick ist Richter am Finanzgericht Münster. Über seinen Schreibtisch gehen in der Regel die „gestörten Fälle“, wie er sagt. Was dabei vor allem gestört ist, ist das Verhältnis zwischen dem Betrieb und der Finanzverwaltung im Rahmen einer Betriebsprüfung – und meist ist auch keine professionelle Beratung erfolgt. Dann muss Dr. Bleschick Recht sprechen, und dabei kommt es auch immer wieder vor, dass die Finanzverwaltung bei der Prüfung übers Ziel hinausgeschossen ist.

Dr. Bleschick sieht aber auch Unternehmer bei sich im Gerichtssaal, die vor der Betriebsprüfung gar nicht wussten, wie es um ihre betrieblichen Kennzahlen wirklich bestellt ist, auch weil sie einem wichtigen Thema nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hatten: Der Analyse ihrer Unternehmensdaten – die im Übrigen für Berater auch ein lohnendes Geschäftsfeld darstellt. Denn: „Mit dem Einsatz einer entsprechenden Software kann man von Anfang an nicht nur in Streitfällen substantiierter darlegen, was im Rahmen der Betriebsprüfung realistisch ist“, sagt Dr. Bleschick.

Will heißen: Wer darüber Bescheid weiß, wie sein Unternehmen dasteht und dies auch durch die Analyse der Unternehmensdaten belegt hat, tritt nicht nur selbstbewusster auf, wenn der Betriebsprüfer klingelt, sondern vermeidet im Zweifel auch nervenzehrende Streitereien. Und für Berater heißt das: Wer digitale Datenanalysen nutzt, kann seinen Mandanten im Zweifel profunder helfen. Dr. Bleschick weiß durchaus von Fällen zu berichten, in denen auch schwierige Situationen vom Berater noch so gut wie möglich gerettet werden konnten, weil eine Analyse der Unternehmensdaten – zwar spät, aber immerhin – stattfand.

Rechtssicher durch Datenanalyse

Und nicht nur mit Blick auf mögliche Betriebsprüfungen lohnt es sich, einen Überblick über Unternehmensdaten zu haben – sondern auch im Bezug auf Compliance-Richtlinien, IKS und Wertschöpfungsprozesse. Das sind Themen, die im Zeitalter der Digitalisierung mit digitalen Datenanalysen zu prüfen sind. Denn ein Nichteinhalten gesetzlicher Vorgaben zieht tatsächlich empfindliche Sanktionen nach sich.

Leitfragen, um ein Unternehmen für die Herausforderungen der Zukunft fit zu halten, können sein: Wurden Fehler gemacht, die in Zukunft vermieden werden können? Gibt es Stolpersteine, die es aus dem Weg zu räumen gilt? Und konkret: Wird die Buchführung GoBD-konform und ordnungsmäßig geführt? Und weiter: sind unternehmensinterne Prozesse rentabel und werden diese überhaupt eingehalten? Alles Fragen, die mit regelmäßigen digitalen Datenanalysen zeitnah, einfach und regelmäßig beantwortet werden können.

Egal wo der Datenbestand herkommt, mit einer Vielzahl an voreingestellten Prüfschritten prüft DATEV Datenprüfung automatisiert. Natürlich sind auch individuelle Abfragen möglich. Und wie oft soll das passieren? Sinnvoll ist es, einen monatlichen oder quartalsweisen Rhythmus einzuhalten. Aber im Grunde bleibt es individuell – genau wie Ihr Unternehmen oder Ihre Beratung.

Unten separat als Link: Dr. Sascha Bleschick ist Referent bei der Fachtagung Digitale Datenanalyse. Er und weitere hochkarätige Referenten widmen sich dort dem Thema „Abwehrmöglichkeiten in der digitalen Betriebsprüfung“. Dr. Bleschicks Vortrag: „form over substance – Formellen Anforderungen der Finanzverwaltung sicher begegnen.

Ein Interview mit Dr. Sasche Bleschick zur Neufassung der GoBD finden Sie im DATEV magazin.

Über den Autor

Markus Riedl hat nach seinem Studium der Politikwissenschaft das journalistische Handwerk als Volontär bei einer Tageszeitung in Baden-Württemberg gelernt und anschließend dort als Print- und Online-Redakteur gearbeitet, zuletzt als Leiter des Newsdesks. Zu DATEV knüpfte er bereits während des Studiums als Werkstudent Kontakt. Nach einer kurzen Zwischenstation in der politischen Pressearbeit ist er seit September 2017 als Redakteur im Corporate Publishing bei DATEV tätig.

 

 

Über den Autor

Manuela Neihser

ist seit 2016 bei DATEV als Produktmanagerin im Bereich Vermarktung Center Wirtschaftsprüfung tätig. Die gelernte Bankkauffrau hatte auch zuvor schon immer in den Bereichen Vermarktung und Vertrieb gearbeitet.