Nur gemeinsam bringen wir die Kanzlei nach vorne.

Gemeinsam verbindet

von am Mittwoch, 6 März 2019
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„Bevor wir Geld für die Mitarbeitersuche ausgeben, investieren wir lieber konsequent in die Mitarbeiterbindung,“ sagt Gerhard Busch, selbstständiger Steuerberater in Kruft. Im Blog spricht er über seine Erfolgsfaktoren und wie man es schafft, ein guter Arbeitgeber zu sein.

Die ersten Jahre nach der Kanzleigründung waren Lehrjahre. Die Fluktuation bei den Mitarbeitern war unerfreulich und schon damals, vor mehr als 20 Jahren, hat die Suche nach neuen Leuten sehr viel Zeit und Geld gekostet: Inserate schalten, Bewerbungen sichten, Gespräche führen etc. Dazu kommt, dass neue Mitarbeiter rund ein Jahr benötigen, bis sie eingearbeitet sind. Aufgrund dieser Erfahrungen fasste ich den Entschluss, lieber gleich konsequent in die Mitarbeiterbindung zu investieren, anstatt ständig neu suchen zu müssen.

Heute bieten wir viele Extras, die über das Gängige hinausgehen.

  • Eine Englischlehrerin gibt pro Woche eine Stunde Unterricht in der Kanzlei.
  • Jeder Mitarbeiter kann sich alle drei Wochen eine halbe Stunde von einer Physiotherapeutin massieren lassen.
  • Zusammen mit den Krankenkassen unterstützen wir bezuschusste Gesundheitsprogramme.
  • Wir haben ein eigenes Altersvorsorgeprogramm für die Mitarbeiter mit der Bank verabschiedet.
  • Wir vergeben Tankgutscheine und zu persönlichen Anlässen gibt es eine Aufmerksamkeit.
  • Neuerdings haben wir einen Rahmenvertrag für E-Bike-Leasing ausgehandelt.

Mit den Leistungen möchten wir in erster Linie unseren Mitarbeitern etwas Gutes tun.Klar, als Steuerberatungskanzlei wollen wir ausschöpfen, was sich steuerlich anbietet. Hier kennen wir uns gut aus, dass wir natürlich auch unsere Mandanten dahingehend beraten.

Wir wissen, wer bei uns arbeitet

In einer kleinen Kanzlei haben wir den Vorteil, dass wir die Lebenssituation unserer Mitarbeiter kennen und ihre Bedürfnisse verstehen. Da uns Familienfreundlichkeit besonders am Herzen liegt, versuchen wir hier sehr flexibel zu sein und auf jeden individuell einzugehen.

Das Klima und der Arbeitsplatz müssen passen

Wir wollen einen modernen Arbeitsplatz haben, der Spaß macht. Deshalb setzen wir auf hohe technische Standards und Digitalisierung in allen Punkten.

Am wichtigsten für ein erfüllendes Arbeiten erachte ich aber den wertschätzenden Umgang und ein positives Klima. Dazu müssen wir Mitarbeiter in die Belange und Weiterentwicklung der Kanzlei einbinden. Wir haben dafür regelmäßige Meetings und Plattformen institutionalisiert: Für den gegenseitigen Austausch findet einmal pro Woche eine Mitarbeiterbesprechung statt, das ist unsere Kommunikationsbörse.

Strategische Themen werden zweimal jährlich in der Runde besprochen. Hier geht es um die Einflussnahme der Mitarbeiter bei der Auftrags- und Projektplanung. Wenn Bedarf besteht, bilden wir Projektteams, wie beispielsweise zur neuen Datenschutz-Grundverordnung.

Um unser Tagesgeschäft fortlaufend zu verbessern, holen wir regelmäßig Experten von DATEV ins Haus. Sie stellen uns jeweils zu einem Kerngeschäftsbereich die Neuerungen vor und diskutiert mit den verantwortlichen Mitarbeitern Abläufe und mögliche Optimierungen. Wir nennen diese Jour fixe „Praktiker-Audits“, sie finden viermal im Jahr statt.

Wenn Kostensteigerungen festgestellt werden, binde ich ebenfalls meine Mitarbeiter ein, um gemeinsam gegenzusteuern. Dabei hilft uns, dass unsere Prozesse dokumentiert sind und wir auf der Basis die Zeitfresser leichter aufdecken können.

Fehler können passieren

Durch unseren wertschätzenden Umgang konnten wir eine positive Fehlerkultur in unserer Kanzlei entwickeln: Fehler werden anonymisiert gesammelt und dann wird überprüft, was man besser machen kann, um diese künftig zu vermeiden. Das heißt, müssen beispielsweise Abläufe verändert werden oder sind Fortbildungen nötig.

Gemeinsam verbindet

Es ist eine Kernbemühung, meine Mitarbeiter stets einzubinden. Dazu müssen wir im guten Austausch sein. Nur gemeinsam bringen wir die Kanzlei nach vorne.

Über den Autor

Gerhard Busch ist Steuerberater aus Leidenschaft. Bei seiner früheren Tätigkeit in der Industrie hat unternehmerisches Denken entwickelt. 1993 gründete er seine eigene Steuerberatungskanzlei in Kruft (Rheinland-Pfalz) und beschäftigt aktuell neun Mitarbeiter. Seit vielen Jahren engagiert er sich über Verbands- und Gremienarbeit für den Berufsstand.


Weitere Best Practice und Fachbeiträge rund um die Themen des Kanzleimanagements, wie Personal & Führung, finden Sie unter www.datev.de/kanzleimanagement