Digitalgipfel 2018

Digitalisierung für alle

von am Donnerstag, 6 Dezember 2018
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Künstliche Intelligenz stand als Megathema im Mittelpunkt des Digitalgipfels in Nürnberg. Und das ist keineswegs nur interessant für die ganz großen Player, sondern auch eine Chance für den Mittelstand und eine Erleichterung für jeden Bürger.


Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und der muss von den „Großen“ der Digitalisierung mitgenommen werden. (Angela Merkel, Bundeskanzlerin)

Im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ging es im Rahmen des Digitalisierungsgipfels um C2G „Citizen to Government“. Once Only 2.0 heißt das Projekt des Fraunhofer Instituts für offene Kommunikationssysteme. Das „Kompetenzzentrum Öffentliche IT“ entwickelt eine Plattform mit einer Infrastruktur für modulare Dienste und Schnittstellen zu weiteren möglichen Beteiligten.
Once Only deshalb, weil sich Bürger und Unternehmer für verschiedene Vorgänge nur ein einziges Mal in diesem Portal anmelden müssen. Beispiel Umzug: In einem Rutsch lassen sich die Daten an das Einwohnermeldeamt weitergeben, an die Kfz-Zulassungsstelle, um das Auto umzumelden, Kindergeld für ein Neugeborenes beantragen und dieses auch gleich bei der Krankenversicherung anmelden.
Unternehmer und Gründer können ihre Daten an Gründerzentren, Banken, Steuerberater, Makler, Architekten, Hersteller und Sachverständige weitergeben. Ein Datenassistent zeigt, wer welche Daten erhalten hat – der Bürger behält die Datenhoheit.
Klar ist, dass die Plattform vertrauenswürdig und sicher sein muss. Auch DATEV-Vorstandsvorsitzender Dr. Robert Mayr befürwortet das Konzept: „Datenschutz und Datensicherheit sind kein Hemmschuh für Plattformen in Deutschland.“ Aber: wir brauchen bundesweite Standards und einheitliche Vorschriften.

Die Zukunft der deutschen Wirtschaft liegt in der Plattformökonomie. (Peter Altmeier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie)

Da ist er sich mit Dr. Robert Mayr einig. #DigitalGipfel18

Bizzbloxx! Bitte was?

Über die praktischen Einsatzmöglichkeiten von Blockchain diskutierten Dr. Stefan Schröder (Mitglied Executive Committee DATEV) und Dirk Backofen (Leiter Telekom Security) sowie Michael Hübener (Vorstand S-Plus Sports). Für den Mittelstand kann die Technologie ein Segen sein, für den Steuerberater eine Möglichkeit, Mandanten bei Geschäftsprozessen früher zu begleiten.
„Alles läuft umständlich und papierbasiert, dabei kann es doch viel schneller und schlanker funktionieren,“ beschreibt der S-Plus Sports Vorstand Michael Hübener auf der Bitkom-Bühne den Bürokratie-Berg seines Unternehmens, um alle gesetzlich erforderlichen Nachweispflichten zu erfüllen.

Die Lösung für das Dokumentationsdilemma bei S-Plus Sports ist Bizzbloxx. Bizzbloxx ist das Ergebnis einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie von DATEV und Telekom.
Bei S-Plus Sports stellt das Projekt unter Beweis, dass papierbasierte Abläufe, z.B. Produktdokumentationen, Lieferscheine, Rechnungen und andere deklaratorische und kaufmännische Prozesse, mit dem Einsatz von Blockchain durchgängig digital bearbeitet werden können. Schneller, komplett transparent, fehlerfrei und unter Einhaltung aller Nachweispflichten.
Auch die Steuerkanzlei des Unternehmens profitiert davon: Der Steuerberater hat von Beginn an Transparenz über relevante Daten des Geschäftsprozesses. Dadurch kann er betriebswirtschaftliche Vorgänge oder die richtige Verbuchung im Vorfeld gemeinsam mit S-Plus Sport definieren.

Im Personalbereich ist KI ein Hype

„Ist die Gesellschaft bereit, KI-Technologien anzunehmen?“ fragten sich DATEV-Personal-Vorständin Julia Bangerth, Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin (Staatsminister a.D., Lehrstuhl für Philosophie, Uni München) sowie Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorsitzender der Verbraucherkommission Bayern. Auch wenn es kein klares „Ja“ oder „Nein“ am Ende der rund 20-minütigen Diskussion auf dem #DigitalGipfel18 gab, fasste Julia Bangerth das Kernproblem der Zukunftstechnologien zusammen: „Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Menschen auf Problemlösungen vorzubereiten, die wir heute zum Teil noch gar nicht kennen.“ Dabei wünscht sie sich Experimentierfreude und Offenheit beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) und ganz wichtig: Keine Panik!