Zum überraschenden Ende der CEBIT

Schade … – aber wir haben Alternativen!

von am Freitag, 30 November 2018
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Der Entschluss der Deutschen Messe, die CEBIT ab 2019 nicht mehr auszurichten und damit die einstmals weltweit wichtigste und größte IT-Messe sterben zu lassen, kam überraschend – auch für die Mitglieder des Messeausschusses, zu dem neben anderen namhaften Größen der IT-Branche auch die DATEV gehört.

Letztendlich ist es nicht so sehr der Rückgang von einstmals 850.000 auf in diesem Jahr nur noch 116.000 Besucher, sondern es waren die rückläufigen Flächenbuchungen gerade der kleineren und mittleren IT-Unternehmen, die den Ausschlag für die Entscheidung gegeben haben und damit letztlich ein betriebswirtschaftliches Kalkül. Soweit die Summe der vermieteten Quadratmeter für eine Messegesellschaft das Maß der Dinge ist, ist diese Entscheidung ökonomisch nachvollziehbar, bedauerlich bleibt sie dennoch. Auch wenn die Erklärung für die Absage plausibel ist, stehen dahinter doch andere, strukturelle Gründe, ein längerfristiger Verlauf, über den nachzudenken ist.

Neustart 2018 – ein Fehlstart?

Der Versuch, in einem gewaltigen Kraftakt 2018 mit einem komplett neuen Messekonzept an den Start zu gehen und die CEBIT als Dreiklang aus Messe, Konferenz und Festival auszurichten, ging sicher in die richtige Richtung; vielleicht hat man in Hannover einfach zu früh das Handtuch geworfen? Denn partiell vergleichbare Horizontalmessen wie die SXSW Trade Show in Austin, Texas sind ja durchaus erfolgreich. Wir jedenfalls fanden den Neustart in diesem Jahr mutig und belebend, haben uns gerne mit einem komplett neuen Standkonzept daran beteiligt und ganz auf den Kunstgriff des Storytelling gesetzt: die Begleitung eines fiktiven Unternehmens in verschiedenen Phasen seiner Entwicklung durch den Berufsstand und damit durch unsere Mitglieder. Der DATEV-Messestand bot so einen Erlebnisraum, der auf plastische Weise veranschaulichte, wie unsere DATEV mit ihren Lösungen in jeder Phase des unternehmerischen Wertschöpfungsprozesses die Kanzleien unterstützt, die hierbei ihrerseits ihre Mandanten begleiten. Die fruchtbare Dreiecksbeziehung Kanzlei – DATEV– Mandantenunternehmen wurde so für jeden Besucher erfahrbar. Diese Art der Präsentation trug dem Umstand Rechnung, dass Business-IT heute zunehmend als „Betriebsstoff“ verstanden wird, der ein Unternehmen am Laufen hält, eine produktorientierte Präsentation von Software ist nicht mehr zeitgemäß, es geht heute vielmehr um die Abbildung und Begleitung komplexer unternehmerischer Abläufe durch umfassende Lösungen in einem zukunftsfähigen Ökosystem.

Suche nach einem neuen Format

Freilich kann man das nachlassende Besucher- und Ausstellerinteresse an der CEBIT auch so verstehen, dass die durch sie bisher repräsentierten Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz etc. inzwischen als Querschnittsaufgabe wahrgenommen werden, was immerhin als ein Langstreckenerfolg der CEBIT anzusprechen wäre. In jedem Fall halten die Mitglieder des nun aufgelösten Messeausschusses die Entscheidung für desaströs, weshalb der Bitkom Anfang 2019 die Initiative ergreifen und gemeinsam mit DATEV und anderen Unternehmen der IT-Branche (darunter SAP, Software AG, salesforce, IBM, ATOS, HP, Bundesdruckerei, Fraunhofer, Microsoft und Vodafone ) nach Alternativen suchen wird, den IT-Standort Deutschland in einem anderen Format und an einem anderen Ort erneut in den Fokus von Wirtschaft, Politik und breiter Öffentlichkeit zu rücken.

Wie geht es bei DATEV weiter?

Wenn das Ende der CEBIT auch bedauerlich ist, haben wir bei DATEV doch eher als manch anderer die Möglichkeit, den Wegfall dieser wertvollen Plattform zum Austausch mit unseren Kunden zu kompensieren. Zwar müssen auch wir darüber nachdenken, wie wir das Spezifische der letzten CEBIT, die oben beschriebene fruchtbare Dreiecksbeziehung, das Denken in Prozessen in unserer Produktpräsentation in anderen Formaten ähnlich plastisch und nachvollziehbar veranschaulichen, doch fehlt es dazu durch unsere Regional-Info-Tage und Kongresse 2019 nicht an Gelegenheit und Ort. Insofern liegt nun zwar viel Arbeit vor uns, wir sind jedoch nicht mit einer Leerstelle konfrontiert, die wir nicht adäquat zu füllen wüssten. Unsere Experten für Messen und Veranstaltungen sind jedenfalls bereits an der Arbeit, und ich kann versprechen, dass Sie auch 2019 und in den Folgejahren – dezentral und in Ihrer Nähe –  interessante Auftritte der DATEV erwarten dürfen.

 

Über den Autor

Eckhard Schwarzer

ist seit 2008 Vorstandsmitglied bei DATEV und seit 2014 stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Er ist verantwortlich für Marketing, Service und Vertrieb und seit kurzem auch fleißig als @DATEV_Schwarzer auf Twitter unterwegs.