2. DATEV-Barcamp am 20.10.2018

Änderung der Geschäftsmodelle der Mandanten. Was bedeutet das für die Kanzlei?

von am Mittwoch, 31 Oktober 2018
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Kanzleien, Unternehmer und DATEV diskutieren, was sich in den Geschäftsmodellen der Mandanten durch die Digitalisierung ändert und überlegen, wie alle gemeinsam auf die neuen Herausforderungen reagieren.

Auch die Abteilung Marktforschung & Strategie steuerte beim 2. DATEV-Barcamp ein Session-Thema bei. Zu Beginn fanden sich ca. 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, bis zum Ende der Session wuchs der Teilnehmerkreis noch auf rund 25 Personen an. Denn beim Barcamp ist ein Wechsel der Sessions erlaubt. So muss man sich nicht in einem Vortrag langweilen, der doch nicht passt.

Zuerst stellte ich in einem Impulsvortrag kurz sich wandelnde Geschäftsmodelle bei Mandanten vor. Wie Amazon-Marketplace-Händler anstatt Fachgeschäfte. Wie Online-Optiker statt dem Optiker um die Ecke. Wie IoT bei Sportprodukten und Marketing-Kommunikation via Communities. Denn der Ansatz der Session war, dass die Kanzlei auf die sich ändernde Nachfrage der Unternehmensmandate einstellt und auf dieser Basis die passenden Angebote bereithält.

Die Teilnehmer der Session, ca. 2/3 aus Kanzleien, wenige Unternehmer, der Rest DATEV-Kolleginnen und Kollegen, tauschten Best Practices und Tipps aus. Insgesamt war die Session sehr E-Commerce-lastig. Hier sahen alle Teilnehmer die größten Veränderungen in der Mandantschaft.

Ein kurzer Abriss, was diskutiert wurde:

Die Grundlage: Geschäftsmodelle, also die Art und Weise, wie ein Unternehmen das Geld verdient, ändern sich. Und daher muss sich die Kanzlei darauf einstellen. In der Session waren mit diesem Wandel vertraute Kanzleien, als auch Neulinge vertreten.

Beispiel für Wandel in der Mandantschaft 1: E-Commerce. Hier gibt es inzwischen vom Amazon-Händler bis zum Online-Optiker viele Facetten. Die Mandanten fragen daher individuelle Lösungen zur Datenübernahme nach, mit denen Kanzleien umgehen müssen.

Beispiel für Wandel in der Mandantschaft 2: Konzentration auf Startups durch die Kanzleien, und hier insbesondere Freelancer oder online- und technologiezentrierte Startups. Kanzleien treten auf Startup-Messen auf oder helfen bei der Beantragung von Fördermitteln.

Beispiel für Wandel in der Kanzlei: Eine Kanzleiinhaberin reist demnächst nach Hongkong. Hier sitzt ein großer Mandant, ein E-Commerce-Händler mit Zehntausenden Verkäufen am Tag. Da die Kanzlei sich auf E-Commerce spezialisiert hat, kann sie auch für das Kerngeschäft des Mandanten wertvolle Tipps und Beratungen geben und ihr Branchen Know-how nutzen.

Beispiel für Wandel beim DATEV-System-Partner: Mandanten benötigen mehr Hilfe um komplexe Vorsysteme an die DATEV-Systeme der Kanzlei anzuschließen und den Datenaustausch durchgängig und medienbruchfrei zu organisieren. Die Anforderungen, auch der mittelständischen Händler, steigen hier stetig. Ein DATEV-System-Partner berichtete von einer intensiven Zusammenarbeit mit einer Kanzlei, sodass hier bundesweit Know-how im Bereich E-Commerce-Prozess und Vorsystem-Verzahnung angeboten werden kann. Sowohl Kanzlei als auch DATEV-System-Partner, können sich vor Anfragen durch Unternehmen kaum retten.

Was kann DATEV daraus lernen?

Die neuen Bedarfe der Mandanten sollen vom Steuerberater bedient werden – dazu bauen wir die technischen Lösungen. Hierfür müssen wir die Wünsche und Bedürfnisse der Mandanten und der Kanzleien kennen. Wir arbeiten daran, unsere Lösungen zu verbessern und weiter auf die Erfordernisse von Kanzleien und Mandanten hin zu optimieren.

 

Über den Autor:

Christian Horn studierte und promovierte im Fach Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bamberg und  war dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Marketing und Vertrieb tätig. Er stieg im Jahr 2015 bei DATEV als Innovationsmanager ein und arbeitet inzwischen in der Strategieentwicklung und Marktanalyse. Er beschäftigt sich insbesondere mit Digitalisierungsstrategien und neuen Geschäftsmodellen.