Sonderausstellung „Luther, Kolumbus und die Folgen“

Welt im Wandel

von am Donnerstag, 13 Juli 2017
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Was haben Reformation und Digitale Transformation gemeinsam? Mehr, als es auf den ersten Blick scheint, denn beide änderten bzw. ändern unsere Welt fundamental. Zum Reformationsjubiläum begleitet DATEV als einer der Hauptsponsoren die große Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, die fünfhundert Jahre zurückblickt auf „Luther, Kolumbus und die Folgen“ (13.7.-12.11.2017).

Noch eine Luther-Ausstellung im Jahr des fünfhundertjährigen Reformationsjubiläums, womöglich wieder nur Originalausgaben der Luther-Bibel und Nachdrucke der Thesen? Weit gefehlt! Die Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befasst sich einmal nicht nur mit der kontroversen Person Martinus Luther, sondern vielmehr mit der Zeit seines Schaffens und den radikalen Umbrüchen, denen er und seine Zeitgenossen im 16. Jahrhundert ausgeliefert waren, kurz vor dem „Jungsten Tag“, dem Jüngsten Gericht, wie der berühmte Theologe und seine Mitstreiter mutmaßten. Die Entdeckung eines neuen Erdteils durch Kolumbus, Kopernikus‘ Idee eines heliozentrischen Weltbildes und Luthers Reformation der Kirche brachten die bestehende Welt ins Wanken.

Rund 200 Exponate veranschaulichen das dramatische Nebeneinander von Aufbruchstimmung und Endzeit-Angst im 16. Jahrhundert. Ausgestellt sind Landkarten, auf denen exotische Tiere und „Canibali“, Menschenfresser, eingezeichnet sind; faszinierende und gleichzeitig verwirrende Planetenmodelle, aber natürlich auch Luthers Thesen in einem frühen Nachdruck (ganz ohne sie kommt man eben nicht aus). Gemälde mit Darstellungen des jüngsten Gericht finden sich neben einem kuriosen Automaten in Mönchsgestalt, der schon in einem ganz frühen Stadium unsere moderne Welt vorwegnimmt.

Die Brücke zur Gegenwart schlägt aber auch eine App, die extra für die Ausstellung entwickelt wurde. Mit dieser können die Besucher unter anderem auch die eigene Einstellung zu Veränderung erkunden – Angst vor dem „jungsten Tag“ dürfte heutzutage niemand mehr haben.