„DATEV verbindet“ Schwerpunkt Januar 2017

Die Digitalisierung in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf

von am Freitag, 24 Februar 2017
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Noch im August 1989 glaubte Erich Honecker an den unaufhaltsamen Lauf seines Sozialismus. In den Händen hielt er einen 32-bit-Mikroprozessor, den ihm seine Computer-Experten in die Hand gedrückt hatten. Damit wollte er ins Zeitalter der Digitalisierung schreiten. Blöd nur, dass das kapitalistische Ausland dort längst angekommen war und man das gute Stück zu einem Bruchteil des Preises erwerben konnte, den man in der DDR für seine Herstellung hätte ausgeben müssen. Und so kam es, dass die DDR just zu dem Zeitpunkt von der Landkarte verschwand, als die Digitalisierung zu ihrem Siegeszug ansetzte.

Heute, immerhin fast 30 Jahre später, sind 256-KB-Speicher-Chips nicht mehr unbedingt der letzte Schrei. Aber über die Sinnhaftigkeit voranschreitender Digitalisierung wird dennoch viel diskutiert. Zum Beispiel in der XING-Gruppe „DATEV verbindet“. Der Steuerberater und Moderator Wolfram Jaschke hatte in seinem Ausblick für das Jahr 2017 neben dem ebenfalls sehr beliebten Thema „Kasse“ die Digitalisierung als zentralen Gegenstand für das laufende Jahr ausgemacht, da immer mehr „Mandanten volldigital“ arbeiten würden, die Kanzleien gleichzeitig aber „auch die ‚alten‘ Mandanten“ nicht vergessen“ dürften. Der Spagat zwischen diesen beiden Polen „wird noch größer werden“, schreibt Jaschke.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Dass der Unterschied im Grad der Digitalisierung, der durch diesen Spagat zum Ausdruck kommt, nicht nur unter den Mandanten zu finden ist, sondern auch in den Kanzleien selbst, zeigt die sich anschließende Diskussion zu dem Beitrag. Neben den unbestreitbaren und offen zu Tage liegenden Vorteilen im Kanzleialltag, wurde eben auch auf die Erhöhung der Anforderungen an Bürger und Berater durch die Digitalisierung hingewiesen. Diese könne unter anderem dazu führen, dass „noch mehr Ausbildungszeiten für die Optimierung der Arbeitsprozesse“ aufgewendet werden müssen. Auch die meiner Meinung nach unbegründete Hoffnung wurde laut, wonach sich der Trend wieder umkehren könne. So wie sich dies beim Revival von Vinyl-Platten beobachten ließe. Einige sehen der kommenden Entwicklung auch deswegen mit Sorge entgegen, weil sie glauben, die Digitalisierung könne eine Art Jobkiller werden.

Insgesamt stehen die Diskussionsteilnehmer der digitalen Transformation allerdings aufgeschlossen gegenüber. Der Tenor geht dahin, die Digitalisierung als eine seit langem im Gange befindliche Entwicklung zu begreifen, die nicht aufzuhalten ist und die viele Chancen für den Berufsstand bereithält. Oder wie es ein Gruppenmitglied ausdrückt: „Ich bleibe bei meiner Meinung, dass ich durch die Digitalisierung heute wesentlich leistungsfähiger bin als früher.“

In diesem Sinne und wenn man nicht wie einst Erich Honecker mit seinem 32-bit-Mikroprozessor im Regen stehen möchte, sollte man die Digitalisierung als Chance begreifen, die hilft, die eigenen Leistungen zu verbessern.

Und: Was 2017 sonst noch interessant werden könnte, finden Sie bei uns in der XING-Gruppe „DATEV verbindet“