DATEV unterstützt Bildungseinrichtungen

Digitaler Nachwuchs

von am Dienstag, 31 Januar 2017
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„Digital Natives“, so die Definition, besitzen eine digitale Medienkompetenz, die Fähigkeit, digitale Kommunikationsmittel kompetent zu nutzen und verfügen über das Wissen von Datensicherheit und Datenschutz. Reicht das dem steuerberatenden Berufsstand, wenn es um den beruflichen Nachwuchs geht? Wesentlich ist doch, dass sich der Nachwuchs künftig in einem gänzlich digitalisierten Arbeitsumfeld bewegen wird. Ein Umfeld, das sich noch dazu mit fortschreitender Digitalisierung entsprechend rasch und andauernd wandelt. Lösungen zur digitalen Berufsbildung sind gefordert.

Digitalisierung – kein Tag, der vergeht, ohne dass irgendwo über Chancen, Risiken, Notwendigkeiten oder Neuheiten gesprochen wird. Neuheiten, die wie ein Rückkopplungsverstärker wirken, der den digitalen Wandel nochmals um ein vielfaches beschleunigt und einzelne Aspekte seiner selbst gleich wieder rasant überholt, mindestens jedoch verändert. In hohem Tempo durchdringt die Digitalisierung die Berufswelt. Wer nicht mithalten kann, wird abgehängt, so die gleichlautende Botschaft. Und schon verblasst die meist positiv konnotierte Bedeutung der sogenannten Digital Natives, weil die digitale Beschleunigung erahnen lässt: Allein die Definition ist keine Garantie dafür, dass der Nachwuchs die digitale Berufswelt mit ihren Konsequenzen aus dem Effeff beherrschen wird oder dies überhaupt will. Sicher ist: Kommende Generationen von Studierenden und Auszubildenden in den steuerberatenden Berufen benötigen in ihrer Aus- und Weiterbildung frühzeitig ein realistisches Bild von den digitalen Anforderungen in den Kanzleien und eine entsprechende Vorbereitung auf das Berufsleben.

Digitalisierung fängt nicht erst im Beruf an

Die Kenntnis und das Verständnis um digitale Prozesse und das digitale Lernen und Arbeiten ist nicht etwas, das allein die steuerberatenden Berufe betrifft und erst mit dem Start oder während des Berufslebens ansteht; sondern deren Vermittlung muss schon weit vorher stattgefunden haben, für jeden davon betroffenen Beruf: bei denjenigen, die sich in Schule und Ausbildung befinden und bei denen, die das notwendige Wissen vermitteln – Schulen, Berufsschulen, Hochschulen etc.  Und doch folgt „der Einsatz digitaler Lernmedien im Ausbildungssystem […] vorrangig ‚alten‘ didaktischen und methodischen Konzepten. Die Potenziale des digitalen Lernens kommen dadurch noch kaum zur Geltung.“, wie es im Monitor Digitale Bildung – Berufliche Ausbildung im digitalen Zeitalter der Bertelsmann Stiftung heißt.

Bezogen auf den Berufsstand nützt es diesem also wenig, wenn künftige Kanzleimitarbeiter zwar „irgendwie digital unterwegs“ sind, doch die davon betroffenen berufsständischen Konsequenzen nicht durchdrungen wurden, weil digitalisiertes Lernen nicht oder mangelhaft stattgefunden hat. Eine Erkenntnis, die den Lernenden als auch dem Berufsstand durchaus Bewusst ist; wie dem Deutschen Steuerberaterverband (DStV), den „… die Frage der praxisgerechten Qualifikation von Fachkräften in den Steuerberatungskanzleien …“ beschäftigt. Wie kürzlich auf der Fachtagung der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD) zur Digitalisierung der Berufsbildung am 7.11.2016 in Berlin. Eine Erkenntnis, die eine Erwartung hervorbringt: Die Digitalisierung muss im beruflichen Bildungssystem in den Fokus gestellt werden.

Herausforderungen: Zeit, Kosten und Erfahrung

Für die Bildungsinstitute wiederum ist das Tempo, mit dem die Digitalisierung voranschreitet, nicht das einzige Problem, das es in Sachen digitaler Bildung zu lösen gilt. Fehlende Erfahrungen von Dozenten, Kosten für die Anschaffung und Aktualisierung von Lehrmitteln oder technischer Ausstattung inkl. Wartung müssen ebenfalls bewältigt werden. „Berufsschullehrer beklagen sowohl zeitliche als auch finanzielle Hürden beim Einsatz im Unterricht.“, lautet eine von mehreren Aussagen des Monitors, der die gravierenden Probleme in der beruflichen Ausbildung beschreibt.

Voraussetzung ist also, dass in den Bildungsinstitutionen das Fachwissen und die Ressourcen vorhanden sind. Ebenso muss ein „Kompetenzaufbau durch systematische Aus- und Fortbildung bei Lehrkräften und Ausbildern“ stattgefunden haben, um digitale Prozesse zu verstehen und in den Unterricht zu integrieren; letztlich, um damit oben genannte Erwartung zu erfüllen.

Unterstützte Ausbildung – unterstützter Berufsstand

DATEV versorgt daher mit dem Konzept der Bildungspartnerschaft Lehrer, Dozenten und Professoren wie auch Studierende mit Angeboten, sowohl zur eigenen Einarbeitung in die Digitalisierung als auch zur Vermittlung der selben im Unterricht. Denn „bevor ein Bewerber überhaupt vor der Kanzleitür steht, muss er relevante Fähigkeiten theoretischer und praktischer Natur aufbauen, also während der beruflichen Aus- oder Weiterbildung. Für viele künftige DATEV-Mitglieder und -Anwender ist diese Phase der erste Kontakt mit DATEV überhaupt.“, sagt Heike Lauber, Teamleiterin bei DATEV und verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen.

Mit Seminaren, praxisnahen, software-gestützten Lehrkonzepten und Fachliteratur bietet DATEV Angebote, mit denen sich einerseits Digitalisierung ganz generell vermitteln lässt sowie die digitalen Prozesse in Kanzleien und Unternehmen andererseits. Es ist einer von vielen Bausteinen, der Bildungsinstitute dabei unterstützt, um für den steuerberatenden Nachwuchs ein Türöffner zu sein. Ein Baustein, der letzten Endes zum Vorteil unserer Mitglieder gereicht, die von gut ausgebildetem Nachwuchs profitieren.

Weitere Informationen

So unterstützt DATEV Bildungseinrichtungen in der Aus- und Weiterbildung, um das Thema Digitalisierung praxisnah zu behandeln: