Das NueJazz Festival in Nürnberg

„Dirty-Tones“ bis die Pegnitz kocht

von am Mittwoch, 9 November 2016
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In Nürnberg gibt es ja über das Jahr verteilt durchaus das ein oder andere musikalische Highlight. Vom Bardentreffen etwa über das Klassik Open Air bis zu Rock im Park. Kaum eine andere Musik jedoch ist so vielfältig und experimentierfreudig wie der Jazz. Nun ist Nürnberg zwar nicht gerade New Orleans, aber auch bei uns gibt’s Jazz vom Feinsten, denn vom 16. – 20. November steigt wieder das großartige NueJazz Festival. Damit bekommt der Jazz bereits zum vierten Mal eine angemessene Bühne; Grund genug, einmal mit dem Veranstalter Frank Wuppinger zu sprechen.

Das NueJazz Festival findet dieses Jahr zum vierten Mal in Nürnberg statt und dauert fünf Tage. Wie haben Sie es geschafft, das Festival so groß zu machen?

Ganz einfach – viel Arbeit und ein paar gute Ideen. Nein im Ernst: Wir haben von Anfang an daran geglaubt und sind uns nach wie vor sicher, dass ein renommiertes Jazzfestival zu Nürnberg passt. Es gibt zwar viele tolle Einzelkonzerte in der Region, aber ein Festival ist dann doch noch mal was anderes. Ich denke jede erfolgreiche Veranstaltung benötigt erst mal gute und professionelle Inhalte. Aber auch eine gute Außendarstellung, um Interesse zu wecken, ist sehr wichtig. Gerade weil in unserem Team nicht nur Musiker arbeiten, sondern mit Philipp Dittmar eben auch ein guter Grafiker und mit Ludwig Olah ein toller Fotograf am Start ist.

Wir haben es geschafft, gute Musik in einem interessanten Gewand zu präsentieren. Am Ende haben wir dann auch noch unsere Versprechen gehalten, und das spricht sich dann eben beim Publikum rum.

Ein Jazzfestival – die Ideen sind am wichtigsten!

Nun sind Sie ja nicht nur Veranstalter des NueJAZZ, sondern selber auch Jazzmusiker. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Festival zu veranstalten?

Mein Arbeitsalltag besteht ja aus so vielen unterschiedlichen Dingen. Da wäre neben dem Üben und Komponieren natürlich das Unterrichten. Außerdem arbeitet man in unterschiedlichen Projekten und muss sich dafür immer gut vorbereiten. Dann möchte man ja auch noch seine eigene Musik auf die Bühne bringen und ist mit Konzertakquise beschäftigt. All das funktioniert nur mit einem hohen Maß an Organisation. Das wiederum – in Verbindung mit der fachlichen Kompetenz – ist die Grundvoraussetzung die man braucht, um so was wie das Festival auf die Beine zu stellen. Ideen sind das Wichtigste am Künstlerdasein und davon haben wir reichlich und eine davon war eben, ein Jazzfestival zu organisieren. Uns erschien das durchaus interessant.

Wenn man sich erst mal entschieden hat ein solch großes Projekt „NueJazz“ ins Leben zu rufen, gibt es anfangs sicherlich einige Hürden zu überwinden?

Nein, eigentlich gar keine. Wir haben uns einen Raum gesucht, ein Programm gemacht und dann gehofft, dass genügend Leute kommen. Klar, umso weiter ein solches Projekt voranschreitet und je größer es wird, desto mehr Zeit verschlingt das Ganze. Da wären wir dann bei der Finanzierung des Festivals und das ist dann die eigentliche Hürde. Man kann nicht unendlich Zeit und gute Ideen investieren.

Es braucht auch die nötige finanzielle Ausstattung für alle, die daran beteiligt sind. Das ist bei uns schon ganz gut, aber noch lange nicht ausreichend. Leider ist Kultur in unserer heutigen Zeit sehr schwierig an den Mann zu bringen. Gerade wenn es sich um so was wie Klassik oder Jazz oder Ausstellungen handelt. Große Sportereignisse, Fußball oder Rock im Park ziehen viele Leute an, aber z.B. eine Oper, ein Theater- oder ein Jazzfestival funktionieren nur, weil die öffentliche Hand und kulturinteressierte Partner – wie z.B. die DATEV – ein solches Kulturleben unterstützen.

An den fünf Festivaltagen treten Solisten und Ensembles aus aller Herren Länder auf. Wie gelingt es Ihnen, solche internationalen Jazzmusiker zu gewinnen?

Das ist mit viel logistischer, aber auch mit viel Überzeugungsarbeit verbunden. Erstmal können wir nicht mit den üblichen Gagen der anderen Festivals mithalten. Das ist schon ein Problem, denn viele Künstler lassen da gar nicht erst mit sich reden. Aber, wenn man seine Sache gut macht – und damit meine ich zum Beispiel interessante Kollegen, gute Außendarstellung, schöne Homepage, gute Bedingungen und so weiter, dann kann man doch auch sehr gute und namhafte Musiker nach Nürnberg holen. Wenn’s dann noch in eine Tour eingebettet ist, dann wird einiges möglich.

Gegensätze ziehen sich an

bild-festival-nuejazzWirft man einen Blick auf das Programm für Freitag, den 18.11, trifft man auf Namen wie Simon Fürst/Andreas Blüml & Roll Müller, Pasborg’s Stax Tribute, Tin Men and the Telephone und Markus Strickland „TWI-Life“. Können Sie kurz sagen was sie so besonders macht und wieso sie sich entschieden haben, genau diese einzuladen?

Simon Fürst, Roli Müller und Andreas Blüml sind Teil der BTM Guitar Lounge. BTM Guitars ist ein Nürnberger Szene Gitarrengeschäft, das einen Extra-Raum mit Jazzgitarren einrichtet in dem einige Gitarristen kleine Shows machen. Die finden vor dem eigentlichen Festival in der Guitar-Lounge statt.

Ich persönlich liebe interessante Gegensätze und das spiegelt das Hauptprogramm am Freitag auch sehr schön wider. So finde ich, dass Stefan Pasborg ein großartiger Schlagzeuger ist, weil ich ihn schon selbst live erlebt habe. Dann bin ich ein großer Fan der 60er und 70er Orgel-Jazz Musik. Da haben wir ja eigentlich jedes Jahr eine entsprechende Band beim Festival. Tin Men and the Telephone haben einfach ein tolles interaktives und sehr modernes Konzept, in dem Sie das Publikum mit ins Konzert einbeziehen und dazu live improvisieren. Das Ganze dann noch via Handy und verbunden mit einer Videoperformance klingt und ist einfach spannend. Marcus bringt uns dann schließlich den Jazz nach Nürnberg, wie er aktuell in New York, der Hauptstadt des Jazz, gespielt wird. Voll auf die Mütze und wieder ein ganz neues Erlebnis.

Das NueJazz Festival steigt zu einem Teil in der AEG-Kulturwerkstatt und zum anderen im Opernhaus. Das sind ganz unterschiedliche Locations. Wollen Sie so verschiedene Zielgruppen ansprechen?

Ich denke nicht, dass das im Kern so unterschiedlich ist. Klar gibt’s unterschiedliche Geschmäcker – der eine mag mehr Theater, der andere eher Klassik und der nächste Jazz. Aber ich glaube, jemand der sich für Jazz interessiert, geht z.B. auch mal ganz gerne in die Oper – vor allem wenn dort ein Jazzkonzert stattfindet.

Anders herum glaube ich, dass der aufgeschlossene Operngänger durchaus auch gerne mal ein solches Konzert wie Avishai Cohen in der Oper erlebt. Ich kenne jedenfalls schon viele Jazzer die sich sehr auf das Konzert in der Oper freuen und wer weiß, vielleicht denken die sich ja dann: Wäre ja eigentlich auch mal wieder schön, eine andere Veranstaltung in der Oper zu besuchen.


Gewinnen und dabei sein

Das NueJazz Festival findet in diesem Jahr zum vierten Mal in Nürnberg statt. Und wer das Interview aufmerksam gelesen hat, der weiß, dass gerade die Finanzierung solcher Festivals ein Problem darstellen kann. Und weil uns die Förderung kultureller Projekte in der Region am Herzen liegt, unterstützen wir dieses coole Festival.

Im Interview haben wir uns den Festival-Freitag etwas genauer angeschaut und das nicht ohne Grund: Wir verlosen 2×2 Karten für die Konzerte in der Kulturwerkstatt auf dem AEG-Gelände. Teilnehmen können Sie ganz einfach mit einer formlosen Mail an sponsoring@service.datev.de. Einsendeschluss ist der 14.11., die Teilnahme ist ausschließlich per Mail möglich. Die Gewinner werden per Losentscheid ermittelt und per Email benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Über die Autorin

datev_md_t27656a_lthumbSandra Neumeier studiert Theater- und Medienwissenschaften und Soziologie in Erlangen und ist seit 2015 bei DATEV in der Unternehmenskommunikation. In ihrer Freizeit schwingt sie gerne das Tanzbein.