50 Jahre DATEV - Historisches rund ums Jubiläum

Vom Microfilm zum Silberschatz

von am Freitag, 3 Juni 2016
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Journale, Jahresabschlüsse, die Datenbank LEXinform und andere Auswertungen hat die DATEV ab 1974 auf Mikrofilm produziert, um den Papierverbrauch zu senken. Zu dieser Zeit bedruckte und verschickte der DATEV-Druckbetrieb etwa 50 Tonnen Papier pro Woche.

Da bot das COM-Verfahren (Computer Output on Mikrofilm) eine Ressourcen- und Geldbeutel-schonende Alternative. Mit einem Verkleinerungsfaktor von 42 : 1 benötigte man auf Microfiche (von franz. fiche = Karteikarte) nur 2 % des Platzes eines Ausdrucks auf Papier.

LEAD Technologies Inc. V1.01

DATEV-Werbefotografie Ende der 1970ger Jahre: Modell mit Mikrofilm und -fiche, im Hintergrund das dazugehörige Lesegerät.

Um die erforderlichen Vergrößerungsgeräte, mit der die Microfiches lesbar gemacht werden konnten, kümmerte sich auch die DATEV. Man bestellte bei Agfa 10.000 Geräte, die man allen Mitgliedern leihweise kostenfrei zur Verfügung stellte. Ende der 1970er Jahre war die DATEV europaweit mit Abstand der größte Anwender dieser Technik.

Auch für die interne Vorgangsarchivierung leistete das Verfahren lange gute Dienste. Ein „Abfallprodukt“ der Mikrofilm-Produktion ist Silber. Es kann aus der Fixierflüssigkeit, die bei der Filmentwicklung zum Einsatz kommt, mittels chemischer Elektrolyse zurückgewonnen werden.

So hat man in der DATEV seit 1978 als Nebenprodukt der COM-Verfilmung Silber gewonnen. Und nicht gerade wenig. Innerhalb von 5 Jahren kam ein Silberschatz von 150 kg zusammen. Bei der DEGUSSA ließ man das Rohsilber zu Feinsilberbarren à 5 Kilo umschmelzen.

Der Silberschatz der DATEV

Allerdings hat man sich damals von der Edelmetallgewinnung noch mehr versprochen. Im Grünfink (unserem Mitarbeitermagazin) 1/1983 heißt es:

„Die Silber-Rückgewinnung wird noch an Bedeutung gewinnen (…) Silber ist nicht unbegrenzt vorrätig, sondern in 15-20 Jahren wird es vermutlich zu Engpässen kommen. Gerade die Elektronik-Technik hat den Bedarf an Edelmetallen gewaltig steigen lassen. Trotz Ersatzstoffen ist eine Verknappung und damit eine Verteuerung zu erwarten.“

Mit der Einstellung der Mikrofilm-Produktion bei DATEV im Jahr 1999 war es dann auch mit der Silbergewinnung vorbei.

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Über den Autor

Carolin Porzelt

betreut bei DATEV das Unternehmensarchiv, archiviert historische Dokumente und Objekte und kümmert sich um Anfragen zur Geschichte der DATEV. Die Historikerin und Germanistin ist seit 2006 bei DATEV an Bord und lernte als Redakteurin in der Servicekommunikation zunächst das Tagesgeschäft kennen, bevor sie ins Archiv wechselte.