Interview mit Johannes Oerding auf dem Jazz & Blues Open Wendelstein

Ich folge jeder Empfehlung meines Steuerberaters

von am Donnerstag, 12 Mai 2016
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Auf dem Jazz & Blues Open Wendelstein haben wir den Sänger und Songwriter Johannes Oerding interviewt und mit ihm über Wäschekörbe voller Steuerbelege gesprochen und darüber, ob er zufrieden ist mit seinem Leben.

Als Hauptsponsor des Festivals kamen wir in den Genuss, den Headliner vom Freitag  zum kurzen Plausch zu treffen. Johannes Oerding begeistert auf der Bühne sein Publikum – und er hat Spaß dabei. Die Erfahrung merkt man ihm an: Vorgruppe von Joe Cocker, zweiter Platz beim Bundesvision Songcontest für Hamburg; heute füllt er als Solo-Artist große Konzerthallen. Backstage ist der gebürtige Münsteraner ein charmanter Gesprächspartner, mit dem man gut die Zeit vergessen kann.

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Johannes, wie gut bist du mit Zahlen?

Johannes Oerding: Puh – Zahlen und Mathematik? Ich glaube, ich habe Mathematik geistig in der zweiten Klasse abgewählt und habe mich dann nur noch durch die Schule gekämpft. Das Schlimmste war, dass ich nach der Schule Betriebswirtschaft studiert habe und da musste ich dann alles wieder von vorne lernen. Ich konnte wirklich gar nichts – keine Bruchrechnung, keine Prozentrechnung – nichts! Das habe ich immer nur für die Klausuren gelernt und dann wieder vergessen, das heißt, ich bin ganz, ganz schlecht mit Zahlen, wie so viele Menschen. Außer Ihr bei DATEV natürlich. (*lacht*)

Kannst du dich erinnern, was dein letzter Kauf war?

Johannes Oerding: Ich habe mir ein Klavier gekauft.

Denkst du, du kannst das als Künstler von der Steuer absetzen ?

Johannes Oerding: Theoretisch ja. Mein Steuerberater hat mir allerdings geraten, weil das ein so sehr seltenes Klavier ist, dass ich das nicht ins Betriebsvermögen aufnehmen sollte, sondern ins Privatvermögen, weil das wahrscheinlich noch im Wert steigt. Er hat mir auch lang und breit erklärt, warum und weshalb, aber ich frage schon gar nicht mehr nach. Ich folge jeder Empfehlung, die da kommt.

Oerding5Apropos Steuer, hast du deine Steuererklärung auch schon selbst gemacht?

Johannes Oerding: Ja. Die habe ich anfangs immer selbst gemacht. Aber da ging es auch immer nur um 20-30 Euro-Beträge.

Später war ich dann froh, dass ich das alles abgeben konnte. Gerade in der Musikbranche gibt es viele Spezialfälle, ob beispielsweise GEMA oder GVL oder Spezifika, die nur für Freischaffende relevant sind.

Da blickt man als Laie irgendwann nicht mehr durch. Deshalb bin ich jetzt ganz glücklich, dass ich ein Steuerberater-Team habe, das sich darum kümmert und ich einfach einen Wäschekorb voll mit Quittungen abgeben kann. Ich sortiere alles ein bisschen vor, damit das nicht mehr so viel Arbeit ist.

Du hast ein Marketingstudium absolviert und das sogar anfangs deiner Musikerkarriere vorgezogen?

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Johannes Oerding: So kann man das gar nicht sagen, denn ich habe eigentlich schon während des Studiums an der Musik gearbeitet. Das Studium war eher, um meine Eltern zu beruhigen. Ich wusste noch nicht, was ich machen sollte. Gleich nach dem Abi habe ich einen Studienplatz bekommen und den auch angenommen, weil das ganz lustig klang.

Ich habe dann in Holland studiert; da war das noch ein bisschen einfacher. Das Gute am Studium war, dass ich Auslandssemester absolvieren musste, da habe ich mich für Deutschland entschieden.

Da war ich dann immer in Hamburg und habe damals schon meine ersten Touren und meine ersten Aufnahmen gemacht.

Gibt es in deinem Leben etwas, das du gerne anders gemacht hättest?

Johannes Oerding: In der Schule konnte man ja Fremdsprachen lernen. Wenn ich zurückblicke, hätte ich da mehr aufpassen sollen. Heute vermisse ich es, dass ich Fremdsprachen nicht so sprechen kann, wie ich gerne würde. Wenn ich mal mehr Zeit habe, möchte ich auch gern die eine oder andere Fremdsprache auffrischen. Dafür würde ich dann auch nochmal ins Ausland gehen.

Was ist dein größter Traum?

Johannes Oerding: Ich lebe im Moment schon ein sehr schönes Leben, das ich mir selbst gestalten kann, und ich habe niemanden, der mir etwas vorschreibt. Das ist also ein sehr freiheitslebendes und romantisches Leben.

Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass das alles so weitergeht und weiter wächst. Auch, dass man gesund dabei bleibt, dass die Stimme hält, dass man immer Freude an der Musik hat. Musik mache ich am liebsten, und das ist auch, das, was ich am besten kann – deswegen muss das klappen, bis ich tot umfalle auf der Bühne.

 

Über den Autor

Luca Penkert

entschied sich, nach der Mittleren Reife und einem Staatsexamen zum Physiotherapeuten, Ende 2014 für das grüne Unternehmen DATEV arbeiten zu wollen. Seit September 2015 ist er nun Teil des großen Ganzen und macht eine Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing. Außerhalb des Arbeitslebens fotografiert er gerne, spielt leidenschaftlich Fußball und reist viel.