50 Jahre DATEV - Die Anfänge

Was kostet ein Kilobyte?

von am Montag, 7 März 2016
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Die Gründungsidee der DATEV entstand aus einer Notsituation, in der sich die Zunft der Steuerbevollmächtigten und Steuerberater befand: Einerseits zu große Nachfrage nach ihren Dienstleistungen gepaart mit Fachkräftemangel, andererseits unerschwinglich teure Großcomputer. Für einen Einzelnen war es unmöglich, Rechenzeit in einem RZ zu mieten, ganz zu schweigen davon, einen Computer zu kaufen. Ein Standard-Großrechner von IBM kostete in den Sechziger Jahren mehrere Millionen Dollar. 

Durch die Genossenschaftsanteile hatte die DATEV 1966 das nötige Startkapital, um zunächst einmal Rechenzeit in einem Rechenzentrum der IBM in Nürnberg zu mieten.

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Die Computerzeitung, 5.8.1970

1969 war die DATEV dann groß genug für ein eigenes Rechenzentrum. Es bestand aus 4 gemieteten Großrechnern – je 2 Geräte IBM 360/20 und 360/40 – für die man eine Monatsmiete von 245.000 DM an IBM zahlte. Die Großrechner hatten zusammen 320 KB Speicherkapazität. Wenn man so will, kostete jedes Kilobyte 765 DM Miete im Monat. 1970 kündigte die IBM ihre neue und wesentlich leistungsfähigere Rechnergeneration /370 an. DATEV war der erste Kunde in Deutschland. Das war der Computerzeitung eine Nachricht auf der Titelseite wert.

Und das, obwohl eines dieser Mainfraimes knapp 18 Mio. DM kostete! Die Jahresmiete betrug immerhin noch 4,5 Mio. DM. DATEV bestellte gleich zwei von den Boliden, wofür eine Monatsmiete von 746.000 DM fällig war. Geliefert wurden die beiden IBM/370-165 allerdings erst zwei Jahre nach der Bestellung.

Die Computerzeitung, 5.8.1970

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Über den Autor

Carolin Porzelt

betreut bei DATEV das Unternehmensarchiv, archiviert historische Dokumente und Objekte und kümmert sich um Anfragen zur Geschichte der DATEV. Die Historikerin und Germanistin ist seit 2006 bei DATEV an Bord und lernte als Redakteurin in der Servicekommunikation zunächst das Tagesgeschäft kennen, bevor sie ins Archiv wechselte.