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Gesundheitsmanagement

Fit und leistungsfähig bleiben

von am Donnerstag, 18 Februar 2016
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Arbeit kann krank machen, das ist kein Geheimnis. Gründe sind häufig ein zu hoher zeitlicher und komplexer Arbeitsaufwand, die Doppelbelastung durch Familie und Beruf sowie – und das dürfte überraschen – eine mangelnde Honorierung und Wertschätzung der eigenen Arbeitsleistung. Die Folge: der körperliche Zusammenbruch oder psychische Kollaps bis hin zum Burnout.

Die Arbeitswelt verändert sich mit einem rasanten Tempo: Arbeitsverdichtung, Beschleunigung sowie erhöhte Flexibilitätsansprüche. Gleichzeitig werden die Arbeitnehmer im Schnitt älter und auch anspruchsvoller, was ihre Arbeit und Arbeitsbedingungen betrifft.  Daher kommt auf Arbeitgeber und Führungskräfte in Zeiten von Multitasking und Digitalisierung eine ganz neue Managementaufgabe zu: die Gesundheit und damit die Arbeitskraft der Mitarbeiter zu erhalten; so auch im DATEV magazin 1/2016, in der Titelstory, anschaulich beschrieben. Folglich stehen die Unternehmen vor einer grundlegenden Entscheidung: Will man lediglich die private Gesundheitsförderung der Mitarbeiter finanziell unterstützen oder doch lieber ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) implementieren, das am Ende messbare Verbesserungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter mit sich bringt? 

Anlage mit Rendite

BGM, das ist inzwischen nachgewiesen, hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Gleichwohl gibt es immer noch Unternehmen, in denen auf die Gesundheit beziehungsweise Motivation – und damit Zufriedenheit – der Mitarbeiter kein besonderer Wert gelegt wird. Das ist zu bedauern, da Gesundheit doch mehr ist als nur die Abwesenheit von Krankheit. Studien haben jedenfalls belegt, dass sich die Einführung eines BGM lohnt, und zwar nicht nur für  große, sondern auch für kleine Betriebe; denn gerade dort, wo man in überschaubaren Teams eng zusammenarbeitet, zählt jeder Kopf. Allerdings muss jedem Unternehmer klar sein, dass derartige Maßnahmen keine Anlage für den schnellen Gewinn sind, sondern eher für diejenigen, die bereit sind, in längeren zeitlichen Horizonten zu denken und zu handeln.

Selbstkritisch sein

Wer sich für ein BGM entscheidet, sollte mit der nötigen Ernsthaftigkeit an diese Managementaufgabe herantreten. Nur wenn ein kritischer Blick auch auf das eigene Unternehmen erlaubt ist, können Maßnahmen gezielt ausgewählt werden, die den Betrieb und die Mitarbeiter in der Betrieblichen Gesundheitsförderung weiterbringen. Und die Manager bzw. Führungskräfte müssen Vorbilder sein sowie Unterstützer anstatt Antreiber. Arbeitsfreude und Begeisterung sind zu vermitteln und es ist für Motivation und Teamgeist zu sorgen.

Ersthelfer und Erste Hilfe

Neben Maßnahmen zur Krankheitsprävention sollten in jedem Unternehmen natürlich auch die Mittel zur Ersten Hilfe jederzeit schnell erreichbar sein sowie rechtzeitig ergänzt und erneuert werden. Und ebenso ist zu jeder Zeit auch die erforderliche Anzahl an Ersthelferinnen und Ersthelfern im Betrieb zu gewährleisten, damit bei einem Arbeitsunfall etwa sofort Erste Hilfe geleistet werden kann. Das ist doch eine Selbstverständlichkeit, meinen Sie? Häufig eben nicht! Gleichwohl gehört es bei einem umfassenden Gesundheitsmanagement zwingend dazu.

Wiedereingliederung

Kommt es trotz aller erdenklichen Maßnahmen in Sachen Gesundheit dennoch vor, dass Beschäftigte dauerhaft und längerfristig  krank sind, profitieren sowohl Arbeitgeber und Betroffener als auch die sozialen Sicherungssysteme von der erfolgreichen Durchführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements. Während die Sozialsysteme entlastet werden, reduzieren sich für den Arbeitgeber die Kosten der Entgeltfortzahlung; zudem erhält er die Arbeitskraft gut ausgebildeter und erfahrener Mitarbeiter. Und der betroffene Arbeitnehmer kann seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten und ebenso seinen Arbeitsplatz.  

Fazit

Gesund sein und vor allem gesund bleiben – das wünscht sich ein jeder. Doch leider gibt es dafür kein Geheimrezept. Während die gängigen Gesundheitsempfehlungen bezüglich Bewegung, Ernährung und Entspannung hinlänglich bekannt sind, machen sich nur wenige bewusst, wie wichtig Arbeit und soziale Beziehungen für eine stabile Gesundheit sind. Ein wertschätzender Chef, freundliche Kollegen und gut organisierte Arbeit können in der Gesundheitsförderung wichtiger sein als etwa die Gymnastikübung oder ein prallgefüllter Obstkorb. Darüber sollte sich ein jeder Unternehmer oder Kanzleichef bewusst sein.

 

 

Über den Autor:

Robert Brütting ist Rechts­anwalt in Nürn­berg sowie Fach­journa­list für Recht. Bei DATEV arbeitet er als Redakteur und schreibt unter anderem für das  DATEV magazin.