OECD-Studie: Better Life Index

Der Glücksfaktor

von am Samstag, 4 Oktober 2014
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Wann waren Sie das letzte Mal so richtig glücklich? Vielleicht war das eine bestimmte Situation mit Ihrer Familie; oder ein erfüllender Moment im Job. Für den ein oder anderen ist ein volles Konto das Beste, was es geben kann; für Manche aber auch Gesundheit oder ein schöner Abend mit Freunden. Glück bedeutet für jeden etwas anderes.

Medien und Politiker versuchen, Glück an klar messbaren Kriterien festzumachen: So wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes häufig als Indikator für gesellschaftlichen Wohlstand und individuelles Wohlbefinden indiziert. Aber: Machen Geld und wirtschaftliche Sicherheit allein wirklich glücklich?

Heino von Meyer, Leiter des OECD Berlin Centre, muss es wissen, schließlich hat er gemeinsam mit Kollegen den „Better Life Index“ entwickelt, der in verschiedenen Ländern misst, was die Menschen glücklich und zufrieden macht.

Was macht Menschen glücklich, wonach sehnen sie sich am meisten?

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Pauschal kann man das nicht sagen, aber der Spruch „Geld allein macht nicht glücklich“ ist schon richtig: Für die Menschen sind nicht nur Einkommen und Beschäftigung wichtig, sondern insgesamt ein erfülltes Leben zu führen. Dazu gehört genauso Gesundheit, Bildung und auch der soziale Zusammenhang mit Familie und Freunden.


Wie misst man Glück? Was ist der Gradmesser der Lebenszufriedenheit?

Die OECD ist eine internationale Organisation, die viele Statistiken produziert. Wir messen zwar „Glück“ nicht direkt, aber wir stellen Maße zusammen, die Aufschluss geben über die Lebensqualität von Menschen. Mit dem Better Life Index der OECD (www.oecdbetterlifeindex.com) bieten wir außerdem ein Instrument an, mit dem jeder Einzelne seine eigene Gewichtung der Dinge vornehmen kann, die ihm wichtig sind. Da sieht man dann, dass verschiedene Menschen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen dessen kommen, was sie glücklich und zufrieden macht. Beim einen ist das Gesundheit oder Bildung, beim anderen Sicherheit und sozialer Zusammenhalt.

Welche Rolle spielen finanzielle und wirtschaftliche Sicherheit für das Glücklichsein?

Auch hier sind pauschale Aussagen schwierig. Deutlich wird aber schon, dass vielen Menschen das Einkommen im Vergleich zu Gesundheit oder einem ausgefüllten Leben relativ unwichtig ist. Übrigens sowohl in Deutschland als auch international. Gleichzeitig aber orientiert sich die Wirtschaftspolitik noch immer stark am BIP, dem Bruttoinlandsprodukt, und am wirtschaftlichen Wachstum. Unsere These ist, wir müssen dringend die Maße, mit denen wir gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt messen, erweitern, um zusätzliche Dimensionen, die den Menschen wichtig sind, wie zum Beispiel Gesundheit, Bildung, soziale Vernetzung oder auch Work-Life-Balance.

Auf www.oecdbetterlifeindex.com können Sie sich nicht nur ansehen, welche Länder besonders glücklich sind, sondern sich auch noch Ihren persönlichen Glücksindex zusammenstellen.

Übrigens: Im Gesamtvergleich schneiden die skandinavischen Länder als am glücklichsten und zufriedensten ab.

 

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Über den Autor

Astrid Schmitt

ist seit 2014 Teil des Blog-Teams. Nach ihrem Journalismus-Studium stieg sie direkt als PR-Referentin bei einem großen Online-Versicherer ein. Bei DATEV ist sie besonders für alle Aufgaben zu haben, bei denen man kreative Texte schreiben kann. Privat hat sie einen eigenen Blog mit vielen Tipps & Infos rund um ihre Heimatstadt Nürnberg.