Crowdfunding, Crowdinvesting

Masse macht Kasse

von am Montag, 16 Dezember 2013
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Wenn es darum geht, die Finanzierung eines Projekts zu stemmen, schießt vielen sicher reflexhaft ein Begriff in den Kopf: Bank. Doch es geht auch ohne, dafür aber mit der Masse im Netz. Crowdfunding und Crowdinvesting machen es möglich.

Fischschwarm

© joakant / PIXELIO

Im deutschen Sprachgebrauch heißt es auch Schwarmfinanzierung. Das Internet bietet die Plattformen: Online-Portale stellen die Möglichkeit zur Verfügung, um Menschen mit Projektideen mit denjenigen zusammenzubringen, die über Geld und Finanzierungswille verfügen. Im Sinne von Social Media könnte man dazu auch durchaus Social Finance sagen. Gedacht ist das Konzept als Gegenentwurf zur Finanzierung durch Banken.

Finanzierung über die Masse – ein brandneues Konzept?

„Wenn’s um Geld geht Sparkasse“ – ich behaupte mal, dass die meisten diesen seit 1963 bestehenden Slogan kennen dürften. Er sollte von Beginn an als Botschaft dafür dienen, in einem wachsenden Markt im Kreditwesen eine vertrauenswürdige Finanzierungsform zu nutzen: den klassischen Bankkredit. Nun ist dieses Finanzierungsinstrument, wenngleich noch immer ein wichtiger Baustein der sogenannten Außenfinanzierung, in die Jahre gekommen. Und im Wandel der Finanzwelt sowie durch steigende Anforderungen an Unternehmen, entwickelten sich neue Finanzierungsinstrumente: beispielsweise Factoring, Leasing oder Private Equity. Und jetzt neu und mit steigender Tendenz: Crowdfunding und Crowdinvesting.

Freiheitsstatue

© M. Rupprecht / PIXELIO

Dass sich viele zusammentun, um ein Projekt finanzieren zu können, ist keine neue Erfindung und beileibe keine, die erst durch das Internet entstanden ist. Ein Beispiel? Der Bau der Freiheitsstatue auf Liberty Island in den USA wurde erst dadurch ermöglicht, weil nach einem Aufruf zu einer Spendenaktion 1885 120.000 Spender 102.000 $ für den Sockel aufbrachten. Als Gegenleistung veröffentlichte die damalige Zeitung New York World die Namen aller Spender – ein Versprechen des Herausgebers Joseph Pulitzer. Eine frühe Form der Schwarmfinanzierung also, vergleichbar mit dem heutigen Crowdfunding. Nur eben nicht mittels Internet, sondern durch das gute alte Printmedium Zeitung.

Crowdfunding nicht gleich Crowdinvesting

Die Gegenleistung für den Investor eines zu finanzierenden Projekts macht einen der Unterschiede zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting aus. Für den Finanzierenden ist sie beim Crowdfunding eher symbolischer Art, und demnach zielt das Funding eher auf kleine, weniger renditegetriggerte Projekte ab; während das Crowdinvesting sozusagen die nächste Stufe der Schwarmfinanzierung darstellt. Es geht dabei um Finanzierungen von großen, kostenintensiven Projekten, wie beispielsweise die Gründung eines Startups. Auch und gerade deswegen ist die Gegenleistung beim Crowinvesting eine andere, eine lukrativere – der Renditegedanke steht klar im Vordergrund. Gleichwohl ist es risikoreicher: Die Investoren können Anteile oder auch Gewinne aus Verkäufen des Startups erhalten, um beim Beispiel zu bleiben, oder sie setzen möglicherweise ihre Investitionen in den Sand, im Falle einer Pleite bei, nennen wir es mal, unglücklichen Fehlstarts.

Heutzutage geht es mit Crowdfunding- oder -investing-Portalen im Internet sicherlich schneller und einfacher als 1885, doch das Prinzip ist das gleiche geblieben: Die Masse finanziert das Projekt. Inwiefern diese Möglichkeit der Schwarmfinanzierung auch kleinen und mittleren Unternehmen helfen kann, ihre Ziele zu verwirklichen, das hat uns ein Crowdfunding-Experte im DATEV-Podcast beantwortet. Hören Sie rein!

 

 

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Über den Autor

Carsten Fleckenstein

ist 2002 nach seinem Studium der Informationswissenschaften als Online-Redakteur bei DATEV eingestiegen. Mittlerweile als Redakteur im Corporate Publishing tätig, schreibt und berät er für Online und Print. Das Kontrast-Programm fährt er in seiner Freizeit, wenn er zum Ausgleich versucht, ohne Internet und Online-Kommunikation zu (über)leben und sich begeistert dem Kung Fu und der Meditation widmet.