Schwerpunktthema im Mai bei der XING-Gruppe "DATEV verbindet"

Gesundheitsprävention und Burn-out

von am Montag, 27 Mai 2013
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Menschen, die in ihrem Berufsalltag unter körperlichen oder seelischen Beschwerden leiden, sehen sich heutzutage schnell mit der Diagnose Burn-out konfrontiert. Die Betroffenen hätten zu viel gearbeitet, sich zu wenig erholt und seien darüber in einen tiefen Erschöpfungszustand gefallen, heißt es.

Dabei reden wir hier von einer Krankheit, die die Medizin nicht kennt und die auch bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben wird. Andererseits fühlen sich viele viel Arbeitende tatsächlich oft ausgebrannt. Wir wollten das Thema in unserer XING-Gruppe „DATEV verbindet“ fundierter beleuchten und haben einen kompetenten Experten gebeten, unseren Schwerpunkt „Gesundheitsprävention – Burn-out“ mit seinem Fachwissen zu bereichern. Was er auch getan hat.

Gesundheitsexperte Tim GreinacherNur wer brennt, kann auch verglühen. So in etwa könnte man die Erfahrungen zusammenfassen, die unser Experte Tim Greinacher in seinem Berufsalltag gesammelt hat. Er ist Geschäftsführer von Diaphon und Leiter Therapeutische Dienste in einem großen psychiatrischen Klinikverbund. Er berät seit Jahren bundesweit Unternehmen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, unter anderem auch die DATEV. Er hat viele, vor allem beruflich sehr engagierte Menschen erlebt, die sich ausgebrannt fühlen und Symptome wie Rückenschmerzen, Tinnitus oder Schlafstörungen zu lange unterdrückt haben. Er stellt aber auch klar, dass Burn-out „nach meinem Dafürhalten schon inflationär verwendet [wird]. Tatsächlich ist das Burn-out-Syndrom KEIN eigenständiges Krankheitsbild!“ Der Begriff sei bereits 1974 geprägt worden und habe bislang keinen Eingang in die offizielle Klassifikation der WHO finden können.

Selbstachtsamkeit

Nun hilft es Menschen, die sich ausgebrannt fühlen, wenig zu wissen, dass sie im medizinischen Sinne nicht krank sind. Generell sei zu beobachten, so Greinacher, dass diese Menschen zu spät Rat suchen und dann leider oft an den falschen Stellen. Am wichtigsten sei hier eine Gesundheitsprävention, denn ein unausgeglichener Lebensstil lasse sich genauso erlernen, wie es darauf ankäme, diesen wieder zu verlernen, bevor es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen komme. Anstatt aber kopflos ins nächste Fitnessstudio zu rennen, empfehle es sich in jedem Fall auch medizinischen Rat zu suchen und hier sei immer noch der Hausarzt die erste Adresse. Hier helfe auch ein Gesundheitscoaching wenig, da sich am Markt sehr viele unseriöse Anbieter breitgemacht hätten, aber Menschen, die wegen körperlicher oder seelischer Beschwerden Unruhe empfänden, eine seriöse medizinische Abklärung bräuchten.

Das alles heißt natürlich nicht, dass man erst aktiv werden soll, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Es geht darum, Selbstachtsamkeit zu trainieren, regelmäßige Auftankphasen in seinen Alltag einzubauen, sich gesund zu ernähren und darauf zu achten, sich auch körperlich zu betätigen. Was den Einzelnen wirklich entspannt, ist dabei natürlich sehr unterschiedlich. Wer sich über die durchaus interessanten Ausführungen von Herrn Greinacher genauer informieren möchte, dem rate ich, die Diskussion in unserer Gruppe nachzulesen. Das letzte Wort soll hier allerdings unser Experte haben:

„Bei Verdacht auf „Burn-out“: haus-, bzw. fachärztliche Hilfe, bzw. eine anerkannte Beratungsstelle zur weiteren Abklärung aufsuchen und nicht auf dem freien Markt „rumprobieren“. Dazu gibt es keinen Grund und das kann auch gefährlich werden.“

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Über den Autor

Dietmar Zeilinger

hat Theater- und Medienwissenschaften studiert und arbeitet seit 2008 als Redakteur bei DATEV. Er ist verantwortlich für Teile des Internet-Auftritts. Außerdem kümmert er sich um die XING Gruppe „DATEV verbindet“ und pflegt das Firmenprofil bei XING. Zusammen mit seinen Kollegen kümmert er sich um die Social Media Aktivitäten von DATEV und seit 2012 bloggt er hier im DATEV Blog.