2013: Die E-Bilanz wird Pflicht

E-Bilanz: Alles im Griff?

von am Dienstag, 23 April 2013
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Ende des Jahres 2013 müssen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erstmals in elektronischer Form eingereicht werden – wer sich also bisher nicht mit dem Thema befasst hat, sollte spätestens jetzt damit beginnen. Wir haben uns mit Herrn Prof. Hölzli und Andreas Göpfert über die Einführung der E-Bilanz unterhalten. Herr Prof. Hölzli hat an der Technischen Hochschule Nürnberg einen Lehrstuhl für Betriebswirtschaft inne. Andreas Göpfert ist Mitarbeiter der DATEV eG und berät unsere Mitglieder unter anderem zum Thema E-Bilanz.

Vorschau: So funktioniert die E-Bilanz mit DATEV DATEV Blog: Wer ist eigentlich betroffen von der E-Bilanz?

Prof. Dr. Hölzli: Betroffen sind tatsächlich alle bilanzierungspflichtigen Unternehmen in Deutschland. Das sind insgesamt ca. 1,35 Millionen Betriebe.

DATEV Blog: Was ist der Hintergrund der E-Bilanzeinführung?

Prof. Dr. Hölzli: Die E-Bilanz ist ein weiterer Baustein in der Entwicklung des E-Government, also der elektronischen Kommunikation zwischen Fiskus und Steuerpflichtigem. Das bedeutet übrigens, dass die Einführung der E-Bilanz unumkehrbar ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich frühzeitig und intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Die Basis für die E-Bilanz-Verpflichtung ist die Veröffentlichung einer Taxonomie durch das BMF-Anwendungs¬schreiben vom 28.09.2011, die wiederum § 5b EStG umsetzt.

DATEV Blog: Die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für 2013 müssen erstmals elektronisch eingereicht werden. Warum muss ich bereits jetzt aktiv werden?

Prof. Dr. Hölzli: Die Bilanz und GuV für das Jahr 2013 müssen elektronisch eingereicht werden. Um aufwendige Nachbearbeitungen in der Finanzbuchhaltung vermeiden zu können, ist es sinnvoll, die erforderlichen Differenzierungen in der Finanzbuchhaltung bereits mit Beginn des Buchungsjahres 2013 vorbereitet zu haben.
Übrigens: Eröffnungsbilanzen bei Betriebseröffnungen in 2013 müssen dagegen bereits jetzt elektronisch übermittelt werden. Eine gute Nachricht habe ich aber auch: Vorjahresdaten sind von der E-Bilanz nicht betroffen. Diese müssen nicht übermittelt werden.

DATEV Blog: Und was ändert sich denn nun konkret durch die E-Bilanz?

Prof. Dr. Hölzli: Der Umfang der Pflichtangaben, die an die Finanzverwaltung übermittelt werden müssen, wurde stark ausgeweitet. Dadurch ergibt sich ein Umstellungsaufwand. Dieser wiederum kann über einige Jahre verteilt werden, die Anpassung kann also stufenweise erfolgen. Der Einführungszeitraum erstreckt sich über fünf bis sechs Jahre. Durch die Einrichtung sogenannter Auffangpositionen eröffnen sich Handlungsalternativen, die es zunächst ermöglichen, das bisherige Buchungsverhalten weitgehend beizubehalten.

Im Endeffekt bleiben dem Steuerberater zwei Strategien: Mit Hilfe einer Minimalstrategie ist es möglich, den Umstellungsaufwand für den Moment niedrig zu halten, während bei einer Maximalstrategie bereits jetzt eine stark ausgeweitete Pflichtfeldtiefe durch die E-Bilanz-Taxonomie zu beachten ist. Die Entscheidung, welche Strategie im Einzelfall die geeignete ist, muss der Steuerberater in Absprache mit seinen Mandanten treffen.
DATEV Blog: Wie sieht es mit den Selbstbuchern aus? Müssen diese etwas Besonderes beachten?

DATEV-Experte Andreas GöpfertAndreas Göpfert: Selbstbucher müssen die geforderte Pflichtfeldtiefe ebenfalls erbringen. Hier können drei Differenzierungen vorgenommen werden. Wird der DATEV Standardkontenrahmen möglichst umfangreich verwendet, werden alle Sachverhalte ausreichend unterschieden. Bei Betrieben mit geringen Abweichungen vom Standardkontenrahmen muss geprüft werden, inwieweit hier die notwendigen Sachverhalte weiter abgegrenzt wurden. Es könnte zu nachträglichem Anpassungsaufwand kommen. Letztlich müssen Mandanten mit vollständig individualisiertem Kontenrahmen bei allen geforderten Pflichtfeldern die Differenzierung manuell prüfen und sicherstellen. In diesem Fall ist mit erheblichem Umstellungsaufwand zu rechnen.

DATEV Blog: Geben Sie unseren Lesern einen Tipp: Was müssen sie tun um fit für den Wechsel zu sein?

Andreas Göpfert: Zunächst müssen Sie Ihre Kanzlei-IT an die neuen Anforderungen der E-Bilanz anpassen und Kontenpläne überarbeiten. Hierbei unterstützt Sie übrigens der von der DATEV angebotene E-Bilanzassistent. Auch die Schulung der Kanzleimitarbeiter ist natürlich wichtig.

DATEV Blog: Wie funktioniert dieser E-Bilanzassistent?

Andreas Göpfert: In der Vorschau des E-Bilanzassistenten sieht man je Betrieb auch die nicht gefüllten Mussfelder.

DATEV Blog: DATEV unterstützt natürlich bei der Umstellung – aber wie?

Andreas Göpfert: Zunächst stellt DATEV Informationsmaterial wie die Schnellberechnung „Arbeitshilfe Kontenzuweisung“ und Kontenrahmen speziell für die E-Bilanz zur Verfügung. Zudem bietet DATEV Seminare zum Umstieg auf die E-Bilanz an – unter anderem mit unseren Interviewpartnern als Referenten.

Nähere Informationen zum Thema finden Sie unter: www.datev.de/ebilanz.

Über den Autor

Angela Schwemmer

hat nach dem Abitur zunächst einige Jahre in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet bevor sie sich für ein Studium der Sozialökonomik entschieden hat. Seit ihrem Abschluss ist sie bei DATEV im Bereich der Seminarorganisation tätig. Ihr Aufgabenfeld ist die Konzeption, Organisation und Vermarktung von Präsenzseminaren. Und eben darüber berichtet sie auch von Zeit zu Zeit im DATEV-Blog.